Gedanken zum longieren

Longieren hat viele positive Effekte und dient auch dem Kennenlernen und der Ausbildung des Pferdes. Es sollte trotzdem nur dosiert eingesetzt werden, da die Arbeit auf zu engen gebogenen Linien dauerhaft zu Schäden führen kann.

Dauer und Häufigkeit
Longieren das deutlich länger als eine halbe Stunde dauert ist nur in Ausnahmen sinnvoll. Kurzes Ablongieren nach eine Aufwärmphase sollte nicht zur Gewohnheit werden, kann aber je nach Situation und Auslastung des Pferdes durchaus sinnvoll sein. In der Regel arbeite ich Pferde in der Woche 1 – 2 mal an der Longe.

Ausrüstung
Einfaches Longieren zum Kennenlernen, Kurzprogramm, anlongieren, ist mit einem Kappzaum ohne weitere Ausbinder sinnvoll. Halfter ist nicht sinnvoll, da das Pferd durch die Art der Einschnallung der Longe und durch die Beweglichkeit des Halfters nicht korrekt auf der Zirkellinie gehalten werden kann.

Doppellonge und Gurt/Sattel.

Dreieckszügel, Ausbinder, oder auch das Ausbinden am Zügel, kann sinnvoll sein wenn sich Pferde einer konstanten Anlehnung entziehen. Vorsicht und langsames heranführen an starre Verschnallungen sollte Vorraussetzung sein! Welcher Hilfszügel zum Einsatz kommt liegt immer am Ausbildungsstand und verhalten des Pferdes.

Die Arbeit an der Doppellonge erfordert viel Geschick und Übung, ist aber erlernbar. Dazu eignet sich ein fester Longierzirkel oder Roundpen.

Arbeit an der Longe
Zur Arbeit sollte das Pferd in die Dehnungshaltung gebracht werden um über den Rücken, vorbereitend oder ergänzend zum reiten gearbeitet werden. Dies ist bei manchen Pferden sogar am Kappzaum möglich, meist braucht es jedoch deutlichere Hinweise ans Pferd wie die Dehnungshaltung aussieht. Pferde mit Anlehnungsproblemen können vom Dreieckszügel profitieren. Die Arbeit an der Doppellonge erfordert auch Erfahrung im Handling, kann aber bei widersetzlichen Pferden besser sein als starre Ausbinder. Die Doppellonge ist flexibel einsetzbar und kann dem Pferd den ersten Weg in die Tiefe zeigen.