Winterarbeit im Freien

Dies ist ein Artikel für Pferdebesitzer und Reiter die keine Reithalle zur Verfügung haben und auch im Winter draussen reiten.

Die Pferde
Sind bestenfalls ganzjährig auf der Koppel und daher schlechte Witterungsverhältnisse gewöhnt. Man muss sich nur die Zeit nehmen zu beobachten wie sie sich bei „schlechten“ Bodenverhältnissen verhalten und dies dann auf die mögliche Arbeit übertragen.

Sind die Pferde ganzjährig auf einem ausreichend großen Auslauf, sprich Koppel und nicht Paddock, sind sie auch im Winter ausgelastet und problemlos ins Gelände zu reiten.

Die Reiter
Regen und Winterfeste Ausrüstung muss schon sein, sonst macht das reiten im Winter keinen Spass. Gutes Schuhwerk, das auch einen kleinen Fussmarsch zulässt ist wichtig. Wenn es sehr kalt ist, oder die Bodenverhältnisse oder das Gelände schwierig, kann es sinnvoll sein ein paar Meter zu gehen.

Vorraussetzungen: Reitplatz
Der Reitplatz ist je nach Bodenbeschaffenheit auch im Winter nutzbar, Tempo und Art der Nutzung sollte sich danach richten. Bei gefrorenem Boden, ist eventuell nur Handarbeit/Bodenarbeit/Arbeit am langen Zügel sinnvoll, schlimmstenfalls nur Schritt. Ist der Boden noch weich aber tief ist reiten auf grossen gebogenen Linien möglich.

Ins Gelände
Kann man eingentlich immer gehen wenn es nicht spiegelglatt ist. Hier ist auch das Tempo den Bodenverhältnissen angemessen zu wählen.

 

Gedanken zum longieren

Longieren hat viele positive Effekte und dient auch dem Kennenlernen und der Ausbildung des Pferdes. Es sollte trotzdem nur dosiert eingesetzt werden, da die Arbeit auf zu engen gebogenen Linien dauerhaft zu Schäden führen kann.

Dauer und Häufigkeit
Longieren das deutlich länger als eine halbe Stunde dauert ist nur in Ausnahmen sinnvoll. Kurzes Ablongieren nach eine Aufwärmphase sollte nicht zur Gewohnheit werden, kann aber je nach Situation und Auslastung des Pferdes durchaus sinnvoll sein. In der Regel arbeite ich Pferde in der Woche 1 – 2 mal an der Longe.

Ausrüstung
Einfaches Longieren zum Kennenlernen, Kurzprogramm, anlongieren, ist mit einem Kappzaum ohne weitere Ausbinder sinnvoll. Halfter ist nicht sinnvoll, da das Pferd durch die Art der Einschnallung der Longe und durch die Beweglichkeit des Halfters nicht korrekt auf der Zirkellinie gehalten werden kann.

Doppellonge und Gurt/Sattel.

Dreieckszügel, Ausbinder, oder auch das Ausbinden am Zügel, kann sinnvoll sein wenn sich Pferde einer konstanten Anlehnung entziehen. Vorsicht und langsames heranführen an starre Verschnallungen sollte Vorraussetzung sein! Welcher Hilfszügel zum Einsatz kommt liegt immer am Ausbildungsstand und verhalten des Pferdes.

Die Arbeit an der Doppellonge erfordert viel Geschick und Übung, ist aber erlernbar. Dazu eignet sich ein fester Longierzirkel oder Roundpen.

Arbeit an der Longe
Zur Arbeit sollte das Pferd in die Dehnungshaltung gebracht werden um über den Rücken, vorbereitend oder ergänzend zum reiten gearbeitet werden. Dies ist bei manchen Pferden sogar am Kappzaum möglich, meist braucht es jedoch deutlichere Hinweise ans Pferd wie die Dehnungshaltung aussieht. Pferde mit Anlehnungsproblemen können vom Dreieckszügel profitieren. Die Arbeit an der Doppellonge erfordert auch Erfahrung im Handling, kann aber bei widersetzlichen Pferden besser sein als starre Ausbinder. Die Doppellonge ist flexibel einsetzbar und kann dem Pferd den ersten Weg in die Tiefe zeigen.