Reit- und Longierkurs mit Markus Scheibenpflug am 04.03.2017-05.03.2017

Ich freue mich Markus Scheibenpflug für einen Kurs zum Thema Longieren und Reiten als Therapie zum Erfolg bei headshaking gewonnen zu haben!

Der Kurs findet statt, es wäre kurzfristig noch möglich teilzunehmen. Zuschauerplätze sind auch noch frei. Bitte dazu einfach über das Formular anmelden.

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Entspannt im Gelände (Dressur)reiten

Es steht ohne Zweifel das eine vielseitige Ausbildung für jedes Pferd gut ist. Sie dient allgemein der Gesunderhaltung, da einseitiges immer schadet. Sie hilft einem aber auch Stärken zu erkennen und Schwächen zu verbessern. Manche Dinge sind mit manchen Pferden und Reitern auch nicht möglich. Vorlieben und Arbeitswege bilden sich so heraus, denn es gibt kein Schema F mit dem jedes Pferd zu arbeiten ist. Ein ganz besonderes AHA Erlebnis ist immer wieder wenn man dann den Weg gefunden hat. zB.:

Der Trick mit dem Gelände.

Erstaunlich ist für mich immer wieder wie sich bei meinem alten Herrn K herauskristallisiert wie gut sich ein Pferd im Gelände arbeiten lässt. Er ist einer der auf dem Platz völlig unmotiviert ist. Auch beim longieren. Er ist nun auch schon 22 und hat eine gewisse Aufwärmphase. Trotzdem macht es zum einen so viel Spaß mit einem zuverlässigen Pferd auszureiten, das eigentlich überall hingeht und zwar wach und vorsichtig ist, aber auch ohne Probleme an gefährlichen Rindern oder Kamerunschafen vorbeigeht.

Zum anderen bin ich immer wieder erstaunt wie gut sich der Herr auf Wegen, Feldern und Wiesen dressurmäßig arbeiten lässt (auf dem Heimweg natürlich). Trotz gewissen Schwierigkeiten in der Durchlässigkeit ist es jetzt möglich fliegende Wechsel zu reiten (manchmal sogar ein bischen in Serie) und Schulterherein und sogar Traversalen! Auf dem Platz war das immer eher mühsam. Mir scheint fast in dieser dosierten Form findet er das fast gut. Wichtig ist halt, dass man erst auf dem Heimweg anfängt – alles andere ist eine Unverschämtheit – findet er.

Bei diesem Shooting mit Petra Eckerl im Sommer 2015 war es noch nicht so leicht wie es jetzt ist (aber an dem Tag war es auch sehr heiss, und wir mussten für’s Foto schon ein paar mal hin und herreiten).

Reife zum Springen

Gleich mal zu Anfang ein „freies“ Zitat von Christopher Bartle aus dem Buch Ausbildung von Sportpferden zum Springen: „Für das Springen ist immer auch Versammlung erforderlich.“

Wenn dies so ist, wäre es sinnvoll das Pferd erst so weit auszubilden, dass es sich versammeln kann und dann zu springen. Vielleicht ist wieder mal der Mittelweg der richtige:

Wichtig ist zunächst das Pferd in allen Gangarten kontrollieren zu können. Im Galopp auch einfangen. Oft ist es jedoch so, dass Pferde durch die Arbeit mit und über Stangen besser werden, sich besser koordinieren lernen und auch in der Dressur profitieren. Also langsam an beides heranführen. Zunächst mal Freispringen lassen, sei es nur um zu sehen wie taltentiert das Pferd ist.

Meine Beobachtung ist, dass Pferde oft zu Anfang nicht die Kraft haben um reel zu springen. Sie bemühen sich, es wird aber öfter mal eine Stange fallen. Und selbst der gewünschte Reflex kann da nicht helfen wenn dem Pferd einfach die Kraft fehlt. Wichtig und angenehm finde ich aber wenn das Pferd trotzdem springt, eigentlich wichtiger als der super Reflex oder das ganze durch Verweigerung zu umgehen.

Springpferdeprüfungen sind daher oft etwas früh und für meine slow Ausbildung nicht im ersten Jahr (4-jährig) erreichbar.

Mensch und Tier verschmelzen …

„Warum eine Reitbahn so wohltätig auf den Verständigen wirkt, ist, dass man hier vielleicht einzig in der Welt die zweckmäßige Beschränkung der Tat, ja die Verbannung aller Willkür mit Augen schaut und mit dem Geist begreift: Menschen und Tiere verschmelzen hier dergestalt in eins, dass man nicht zu sagen wüsste, wer denn eigentlich den anderen erzieht.“

(J.W. von Goethe)

Winterarbeit im Freien

Dies ist ein Artikel für Pferdebesitzer und Reiter die keine Reithalle zur Verfügung haben und auch im Winter draussen reiten.

Die Pferde
Sind bestenfalls ganzjährig auf der Koppel und daher schlechte Witterungsverhältnisse gewöhnt. Man muss sich nur die Zeit nehmen zu beobachten wie sie sich bei „schlechten“ Bodenverhältnissen verhalten und dies dann auf die mögliche Arbeit übertragen.

Sind die Pferde ganzjährig auf einem ausreichend großen Auslauf, sprich Koppel und nicht Paddock, sind sie auch im Winter ausgelastet und problemlos ins Gelände zu reiten.

Die Reiter
Regen und Winterfeste Ausrüstung muss schon sein, sonst macht das reiten im Winter keinen Spass. Gutes Schuhwerk, das auch einen kleinen Fussmarsch zulässt ist wichtig. Wenn es sehr kalt ist, oder die Bodenverhältnisse oder das Gelände schwierig, kann es sinnvoll sein ein paar Meter zu gehen.

Vorraussetzungen: Reitplatz
Der Reitplatz ist je nach Bodenbeschaffenheit auch im Winter nutzbar, Tempo und Art der Nutzung sollte sich danach richten. Bei gefrorenem Boden, ist eventuell nur Handarbeit/Bodenarbeit/Arbeit am langen Zügel sinnvoll, schlimmstenfalls nur Schritt. Ist der Boden noch weich aber tief ist reiten auf grossen gebogenen Linien möglich.

Ins Gelände
Kann man eingentlich immer gehen wenn es nicht spiegelglatt ist. Hier ist auch das Tempo den Bodenverhältnissen angemessen zu wählen.

 

Gedanken zum effektiven und richtigen longieren

Longieren hat viele positive Effekte und dient auch dem Kennenlernen und der Ausbildung des Pferdes. Es sollte trotzdem nur dosiert eingesetzt werden, da die Arbeit auf zu engen gebogenen Linien dauerhaft zu Schäden führen kann.

Dauer und Häufigkeit
Longieren das deutlich länger als eine halbe Stunde dauert ist nur in Ausnahmen sinnvoll. Kurzes Ablongieren nach eine Aufwärmphase sollte nicht zur Gewohnheit werden, kann aber je nach Situation und Auslastung des Pferdes durchaus sinnvoll sein. In der Regel arbeite ich Pferde in der Woche 1 – 2 mal an der Longe.

Ausrüstung
Einfaches Longieren zum Kennenlernen, Kurzprogramm, anlongieren, ist mit einem Kappzaum ohne weitere Ausbinder sinnvoll. Halfter ist nicht sinnvoll, da das Pferd durch die Art der Einschnallung der Longe und durch die Beweglichkeit des Halfters nicht korrekt auf der Zirkellinie gehalten werden kann.

Doppellonge und Gurt/Sattel.

Dreieckszügel, Ausbinder, oder auch das Ausbinden am Zügel, kann sinnvoll sein wenn sich Pferde einer konstanten Anlehnung entziehen. Vorsicht und langsames heranführen an starre Verschnallungen sollte Vorraussetzung sein! Welcher Hilfszügel zum Einsatz kommt liegt immer am Ausbildungsstand und verhalten des Pferdes.

Die Arbeit an der Doppellonge erfordert viel Geschick und Übung, ist aber erlernbar. Dazu eignet sich ein fester Longierzirkel oder Roundpen.

Arbeit an der Longe
Zur Arbeit sollte das Pferd in die Dehnungshaltung gebracht werden um über den Rücken, vorbereitend oder ergänzend zum reiten gearbeitet werden. Dies ist bei manchen Pferden sogar am Kappzaum möglich, meist braucht es jedoch deutlichere Hinweise ans Pferd wie die Dehnungshaltung aussieht. Pferde mit Anlehnungsproblemen können vom Dreieckszügel profitieren. Die Arbeit an der Doppellonge erfordert auch Erfahrung im Handling, kann aber bei widersetzlichen Pferden besser sein als starre Ausbinder. Die Doppellonge ist flexibel einsetzbar und kann dem Pferd den ersten Weg in die Tiefe zeigen.