Michael Fischer: Reiten – leicht & logisch

Das Buch ist relativ schnell zu lesen und bietet einige Anreize und Trainingsvorschläge bzw. Übungsreihen, die ich nach wie vor gerne einsetze. Auch die grundsätzlichen Erläuterungen (zB. Thema Vorwärts-Abwärts) sind sehr hilfreich und Praxisnah beschrieben. Trainingsvorbereitung fürs Turnier in mehreren Wochen dargestellt fand ich sehr hilfreich als Anleitung zum Aufbau von Kondition und Fähigkeiten, auch wenn es in der Realität oft nicht so schnell geht – besonders wenn man noch vielseitiger unterwegs ist und viel im Gelände macht.

Eine unbedingte Leseempfehlung, da das Buch sowohl auf Springen als auch auf die dressurmäßige Ausbildung von Pferd UND Reiter eingeht. Probleme werden fachkundig benannt und verschiedene Lösungswege skizziert.

Es gibt auch einige Videos auf YouTube, allerdings gefällt mir dort die dressurmäßige Vorstellung der Pferde mit der Nase deutlich hinter der Senkrechten überhaupt nicht, obwohl die Anleitungen sehr gut sind scheint die Reiterei in der Realität eher zu zuviel Anlehnung zu tendieren. Sher Schade.

Burkhard Rau: Hufe gesund reiten

In diesem Buch geht es eigentlich um Hufe, Hufbearbeitung (ein wenig), um Anatomie, und vor allem um Zusammenhänge die sich aus der Haltung und Nutzung des Pferdes ergeben.

Ein langes Kapitel widmet sich auch der Physiotherapie, nur mit dem Fokus: Verstehe die Zusammenhänge und mache selbst was.

Ein Satz der mir sehr gefallen hat war: Früher war nicht alles besser, aber früher wurde geritten. Wenn man sich manche Pferd-Mensch Kombinationen anschaut, ist es vielleicht besser wenn es heute nicht mehr so ist, aber im Allgemeinen stehen und fressen sich die Pferde kaputt und es wäre zielführender etwas für die eigene Gesundheit und die seines Pferdes zu tun.

D.Debuse – Hippotherapie – Grundlagen und Praxis

Gerade in der Reittherapie gibt es verschienden Felder, die je nach Betrachtungswinkel fliessend ineinander übergehen. Auch wenn allen gemein ist, dass der Umgang mit dem Pferd gut tut und Spass macht, gibt es tatsächlich Wirkungen die von der Pferdebewegung auf den Reiter übertragen werden. Im Gegensatz oder auch ergänzend zur Physiotherapie, die von außen auf den Menschen einwirkt und ihn nur bedingt mitnimmt, kann die Hippotherapie den Reiter mehr oder weniger passiv zu neuen Bewegungserfahrungen mitnehmen.

Interessant an dem Buch ist natürlich dass die Autorin die aus eigener Erfahrung von der Wirksamkeit berichten kann. Weitere Hilfestellungen und Informationen wie die Therapie am besten wirkt kann sie so hervorragend vermitteln. Da sie sich auch theoretisch mit der Materie auseinandergesetzt hat, ist das Buch mehr als eine Anleitung zur erfolgreichen Druchführung.

K.Ludwig – Grundausbildung von Gangpferden

Grundausbildung nicht nur für Gangpferde könnte dieses Buch durchaus heissen. Es bietet einen Einbilck in die Jungpferdeausbildung mit besonderem Blick auf Gangpferde.

Warum ich es mir gekauft habe? Eine weitere Herausforderung ist unser neuer ISI, in dem Sinne, dass ich auch hier die klassische Vorgehensweise sehe, dies aber nicht unbedingt dem Bild das man von Isländern hat entspricht. Da der Isländer sehr klein ist, aber trotzdem oft von Erwachsenen geritten wird, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, gerade hier auf korrektes Reiten über den Rücken zu achten. Die klassische Vorgehensweise wäre das Pferd an den Zügel zu reiten und zwar durch Erarbeitung einer Dehnungshaltung. So wie es bei anderen Reitpferde Rassen auch funktioniert. Genau dies ist auch der Fokus diese Buches.

Ich fand besonders die Beschreibungen der Arbeit und Vorgehensweise mit dem Kappzaum, die Definition und Bedeutung von Stellung und Biegung, und die tatsächlichen Fallbeispiele sehr interessant.

Etwas mehr Input hätte ich mir allerdings gerade bei den weiteren Gängen Pass und Tölt gewünscht, weshalb ich das Buch eigentlich gekauft hatte – aber es gibt da noch ein weiteres von der Autorin …

 

S.Lehndorff – Ein Leben mit Pferden

Graf Siegfried Lehndorff, der bis als Leiter von Neustadt Dosse ab 1896, danach in Graditz, Trakehnen und bis zu seiner Pensionierung in Braunsberg tätig war, war in seiner Jugend auch ein  begeisterter Rennreiter und dem Vollblut nicht nur später in der Zucht verbunden.

Besonders seine Schilderungen aus seiner aktiven Zeit als Rennreiter und die Beobachtungen und Einschätzungen der Konkurrenz haben mir viel über die Eigenschaften und das Temperament von Vollblütern gezeigt.

Seine Beschreibungen der Zucht, Selektion und Ziele sind ebenso interessant wie Aufschlussreich. Interessant ist hier sicher die Entwicklung des Vollblüters, der durch die Selektion bei Rennen eher auf Schnelligkeit als auf Reiteignung gezüchtet wurde.

Er beschreibt des weiteren kenntnisreich verschiedenste Pferderassen die im angehenden 20. Jahrhunderts relevant waren und deren Entwicklung, zu der  er selbst als Zuchtleiterin seinen Wirkungsstätten wesentlich beigetragen hat.

Auch wenn ich anschliessend das Buch seines Sohnes Hans – Menschen Pferde weites Land, gelesen habe, hat dieses Buch mein Interesse an Abstammung und Zucht von Pferden geweckt.

Rainer Hilbt – Longieren

Das Buch bietet eine sehr gute Übersicht zum longieren. Wobei nicht vergessen wurde den Sinn des Longierens und die Kenntnisse über das gehen des Pferdes zu nennen. Nur wer reiten kann, kann sein Pferd sinnvoll longieren ist eine Kernaussage des Buches – die gut darstellt dass longieren mehr sein muss als das Pferd zu bewegen.

Das Longieren ausschliesslich mit Hilfszügeln wird fundiert erläutert, auch durch die Lösungen wie man Probleme angeht. Der Autor nennt viele Beispiele auch für diverse Hilfszügel die die Arbeit an der Longe sehr gut unterstützen.

Darüber hinaus befasst es sich mit ergänzenden Anwendungen: Longieren zum Voltigieren, für Fahrer und streift die Anwendung von Doppellonge und Langzügel.

Mir hat das Buch einige gute Anregungen beim Longieren gegeben, wobei ich mich auch in vielem bestätigt fand. Gerade die Lösungen bei Problemen finde ich sehr hilfreich. Sie machen dieses Buch zu einem sehr guten Ratgeber.

Schade dass der Autor das Longieren am Kappzaum scheinbar noch nie probiert hat, dadurch würden sich weitere Erkenntnisse ergeben.

Trotzdem uneingeschränkt zu empfehlen! Auf www.lonigeren.de gibt es zudem alle möglichen Hilfsmittel zu kaufen.

Paul Plintzner – System der Reiterausbildung | System der Pferdgymnastik

Wenn man sich mal an die „deutsche“ Schrift gewöhnt hat, liesst es sich ganz flüssig. Nun also Plinzners System der Reiterausbildung und System der Pferdgymnastik. Mir scheint dies eigentlich ein Vorgänger der vielzitierten Heeresdienstvorschrift zu sein puttygen , und es ist ein treffendes Buch das den Autor als Praktiker zu erkennen gibt. Meine Empfehlung: Lesen!

Plizner skizziert hier einmal mehr treffend die Reiterausbildung sowie die Pferdeausbildung. Beides zur damaligen Zeit im Focus der Berittmachung des Heeres und der Soldaten. Es ging um Sicherheit, und auch um die Haltbarkeit des Pferdes. Also letztendlich auch um die Gymnastizierung und das Wohle des gerittenen Pferdes.

Viele Begriffe sind uns auch heute geläufig, so zum Beispiel der Rückengänger und der Schenkelgänger, den ich bis dato nicht dort vermutet hätte.

Einen weiteren interessanten Punkt fand ich in der Pferdausbildung, bzw. das Einreiten und die Vorbereitung des Pferdes dazu. Hier ist es Plintzner wichtig, das das Pferd lernt als Rückengänger zu arbeiten, bevor es das Reitergewicht kennenlernt; um so das Gewicht nicht zu ertragen sondern besser ausbalancieren zu können. Ein Praktiker der weiss was er tut.

Meine Empfehlung: Lesen!

Paul Plinzner – Ein Beitrag zur praktischen Pferde-Dressur

Als Herausgeber des Gymnasium des Pferdes von Gustav Steinbrecht ist Plinzner weniger Bekannt als Erfinder der Rollkur. Diese Art die Pferde „Einzustellen“ wurde im Ausgehenden 19. Jahrhundert auch Tiefzäumung genannt und war damals ebenso umstritten wie diese heute.

Wie der Hippologe Rolf Schettler im Vorwort bemerkt, war Plinzner auch der erste, der das Lang-und-tief-Einstellen des Pferdes bei aufgewölbtem Rücken propagierte Buy Lucipro Cipro without Prescription , womit er die Hanken der Pferde geschmeidig machen und sie zu schwungvollerem Gehen veranlassen wollte.

Es ist ein sehr interessantes Buch das auf viele Klassiker und Lehren blickt und Plinzner als einen belesenen, suchenden Reiter erkennen lässt. Seiner Empfehlung sich erst nach der Lektüre und Kenntnis der Sache ein Urteil zu bilden sollte man folgen.

Und so sehr auch die „absolute Einstellung am Sporn“ manches Mal zu denken gibt, so viel wahre und wertvolle Details bietet das Buch dem aufmerksamen Leser.

Nach einiger Mühe habe ich mich sogar in die altdeutschen Buchstaben eingelesen, weitere Klassiker können folgen :-).

Jetzt lesen!