Ein weiterer Korrekturweg

Dies ist der Weg einer jungen Tinker Stute. Sie ist zu Beginn der Ausbildung vielleicht 6 Jahre alt und direkt aus Irland importiert und dann bei einem Händler ein paar Wochen geritten worden. Ich habe sie nicht selbst ausprobiert, sie war laut Kollegin eher faul, nur mit Gerte zu galoppieren und in jeder Situation cool. Im richtigen Leben, war sie sehr schlecht bemuskelt, fast überbaut, zu dünn und eher flott und daher bis zum heutigen Tag niemals mit Gerte zu reiten.

Erster Tag 22.07.2018

Ernährungszustand
Allgemeiner Körperbau

Am Anfang habe ich zum Kennenlernen den Kappzaum benutzt und sie in unserer Quadrathalle versucht zu longieren, ein runder Zirkel war nicht möglich, sie wollte zum Ausgang und war sehr unsicher. In den kommenden Einheiten, habe ich dann auch für den Hals eine passende Technik gesucht. Da sie sehr leicht im Genick ist, nicht so einfach. Dazu kommt noch, dass sie zwar Angst vor dem Gebiss hat, sich dann aber auch einrollt.

Die Aufnahmen sind danach entstanden, man sieht besonders auf dem linken Bild deutlich die Rippen und die fehlenden Muskulatur im Halsansatz.

Die Arbeit: Zunächst longenarbeit, auch mit einem Chambon, Dreieckszügeln und der Doppellonge. Dehnungshaltung immer sehr schwierig.

Reiten war fast die bessere Alternative, wobei sie da Anfangs sehr ängstlich war und gleichzeitig unempfindlich im Maul. Das ängstliche konnte sich auch im Bocken entladen …

Ein längeren Weg, denn es galt ihr die Dehnung zu erläutern, und die Balance im Galopp herzustellen, da sie schon sehr flott galoppierte.

In den ersten beiden Monaten, jeweils mit einer Frequenz höchstens zweiten Tag, versuchte ich dann abwechselnd zu reiten und zu longieren.

Nach ca. 2 Monaten forcierte ich den zusätzlichen Einsatz in der geführten Therapie im Schritt.

Leider war sie beim reiten immer so flott, dass ich mir einen Einsatz im Unterricht nicht vorstellen konnte. Trotzdem lernte sie schnell und beherrschte bald schon Schenkelweichen und Seitengänge auch im Trab. Die Dehnungshaltung fällt ihr nach wie vor nicht leicht. Abschnauben ist eigentlich erst nach dem Galopp möglich. Ja ich denke sie galoppiert eigentlich gerne, nur die Balance…

Im Gelände zeigte sie sich auch sehr angespannt und ängstlich, wenn die Reiter vorne zu schnell trabten konnte auch mal Bocken dabei sein.

Nach ca. 8 Monaten: Der erste Einsatz im Unterricht 03.2019

Nach reiflicher Überlegung habe ich sie dann im März mal im Unterricht eingesetzt. Sie konnte unter einer erfahrenen Schülerin in allen Gangarten geritten werden und schien von unten garnicht so flott, was sich dann aber in der nächsten Stunde mit insgesamt 4 Reitern wieder etwas relativierte…