Michael Fischer: Reiten – leicht & logisch

Das Buch ist relativ schnell zu lesen und bietet einige Anreize und Trainingsvorschläge bzw. Übungsreihen, die ich nach wie vor gerne einsetze. Auch die grundsätzlichen Erläuterungen (zB. Thema Vorwärts-Abwärts) sind sehr hilfreich und Praxisnah beschrieben. Trainingsvorbereitung fürs Turnier in mehreren Wochen dargestellt fand ich sehr hilfreich als Anleitung zum Aufbau von Kondition und Fähigkeiten, auch wenn es in der Realität oft nicht so schnell geht – besonders wenn man noch vielseitiger unterwegs ist und viel im Gelände macht.

Eine unbedingte Leseempfehlung, da das Buch sowohl auf Springen als auch auf die dressurmäßige Ausbildung von Pferd UND Reiter eingeht. Probleme werden fachkundig benannt und verschiedene Lösungswege skizziert.

Es gibt auch einige Videos auf YouTube, allerdings gefällt mir dort die dressurmäßige Vorstellung der Pferde mit der Nase deutlich hinter der Senkrechten überhaupt nicht, obwohl die Anleitungen sehr gut sind scheint die Reiterei in der Realität eher zu zuviel Anlehnung zu tendieren. Sher Schade.

Behandeln was das Zeug hält – oder erstmal abwarten

Die gestiegenen Kosten für OP-Versicherungen, sind nur ein Beispiel dafür dass nicht nur bei Pferden behandelt wird was möglich ist, oft ohne über den Sinn oder mögliche Alternativen nachzudenken.

Beispiel: Ein Pferd kommt geringgradig lahm von der Koppel, es ist nicht mal eine offensichtliche Verletzung zu sehen. Am nächsten Tag ist ein Bein über dem Kapalgelenk etwas dicker, das Pferd geht im Schritt normal – nur im Trab eine leichte Lahmheit.

Mögliche Aktionen: Die dicke Stelle kühlen oder mit einer Tonerdepaste einschmieren – und warten. Das ganze ein paar Tage so weiter machen, aber nicht reiten und trotzem freie Bewegung ermöglichen.
Oder man holt nach 3 Tagen den Tierarzt, der probiert seine neueste Diagnostik von Ultraschall über Röntgen etc. aus und sagt in der Klink könnte man … er macht eine aufwändige Lahmheitsdiagnostik und stellt fest, dass die Lahmheit erst verschwindet wenn das ganze Pferd betäubt ist ;-). Schmerzmittel und Entzüngungshemmer werden verkauft. Und noch was für den Magen (wegen dem Schmerzmittel) …

Ach ja, er konnte mit der Diagnostik nix finden, vielleicht doch in die Klinik wegen xyz damit findet man was.

So, ich hatte dann nachdem das Bein wieder dünn war, so nach 5 Tagen mal geschaut und immer noch eine leichte Lahmheit gefunden. Das Pferd freute sich noch über weitere arbeitsfreie Koppeltage und ging nach 10 Tagen wieder normal. BINGO.

Husten beim Pferd

Ich erinnere mich noch gut wie es begann, mit dem Husten, da war der Hinweis von der Stallbesitzerin, dass das Husten im Stall auftritt. Damals hatte ich draussen und beim reiten selbst noch nichts gemerkt. Irgendwann war es dann auch beim Reiten – an manchen Tagen, und an manchen Tagen nicht. Da meine Pferde, wie ich meinte, beinahe ideal gehalten werden, konnte ich mir keinen Reim drauf machen. Da ich immer viel Wert auf langen Koppelgang lege, kommen die Pferde auch bei Regen raus. Worauf hin die empfindliche scheinbar manchmal auch hustete – ein Trugschluss, denn sie hustete wegen dem Staub in der Box.

Hilflosigkeit beim Tierarzt, dem nichts besseres einfiel als Cortison und inhalieren. Meine Pferde stehen ja in offenen Boxen und sehr lange auf der Weide …

Erleichterung brachte tatsächlich das Füttern von Hustenkräutern eine Zeitlang. Auch das Inhalieren brachte Erleichterung.

Was letztendlich zum normalen Leben führte war nach einer vorausgegangenen starken Verschlimmerung, mit Kurzatmigkeit, Leistungsabfall, manchmal war reiten nicht möglich, war:
Kein Stroh in der Box, Späne, Heu konsequent eingeweicht, oder Heulage/Silage füttern.

Burkhard Rau: Hufe gesund reiten

In diesem Buch geht es eigentlich um Hufe, Hufbearbeitung (ein wenig), um Anatomie, und vor allem um Zusammenhänge die sich aus der Haltung und Nutzung des Pferdes ergeben.

Ein langes Kapitel widmet sich auch der Physiotherapie, nur mit dem Fokus: Verstehe die Zusammenhänge und mache selbst was.

Ein Satz der mir sehr gefallen hat war: Früher war nicht alles besser, aber früher wurde geritten. Wenn man sich manche Pferd-Mensch Kombinationen anschaut, ist es vielleicht besser wenn es heute nicht mehr so ist, aber im Allgemeinen stehen und fressen sich die Pferde kaputt und es wäre zielführender etwas für die eigene Gesundheit und die seines Pferdes zu tun.

Ein Buch gibt das andere …

Manchmal, wenn etwas Luft ist und ich zum lesen komme, schaffe ich es tatsächlich eines der vielen Bücher in meiner Pferdebibliothek durchzulesen. Wenn es nicht gerade so ein Bullshit ist, wie das Werk des Kühlschrankverkäufers, das ich nach den ersten Seiten wieder verkauft habe – weil es ganz unverschämt über die eigene Zielgruppe, die Reiterinnen herzog.

Meistens ist es aber anders, dass ich im Buch Hinweise zum weiterlesen finde. Einiges habe ich so schon entdeckt, zB. heute bei der Lektüre von Burkhard Raus neuem Buch – Hufe gesund reiten, in dem es zu meinem Leidwesen weniger um Hufbearbeitung, als um Physiotherapie geht. Aber eben auch um Reiten und Zusammenhänge, und hier nun der Hinweis auf Sadko Solinski, dem ich dann natürlich nachgehen musste. Habe gleich mal zwei Bücher von Solinski bestellt :-).

Eine Zeitlang war ich, inspiriert von Siegfried Lehndorffs – Ein Leben mit Pferden , auf dem Zucht Trip und habe natürlich auch dessen Sohn Hans Graf von Lehndorffs Buch über Ostpreussen gelesen. Ein fettes Buch über deutsche Pferdezucht habe ich leider bis heute nicht geschafft – es kamen andere Bücher dazwischen.

Gelesenes und wieder abzugebendes, verkaufe ich aktuell gerne bei Booklooker: Hier mein Angebot dort.

D.Debuse – Hippotherapie – Grundlagen und Praxis

Gerade in der Reittherapie gibt es verschienden Felder, die je nach Betrachtungswinkel fliessend ineinander übergehen. Auch wenn allen gemein ist, dass der Umgang mit dem Pferd gut tut und Spass macht, gibt es tatsächlich Wirkungen die von der Pferdebewegung auf den Reiter übertragen werden. Im Gegensatz oder auch ergänzend zur Physiotherapie, die von außen auf den Menschen einwirkt und ihn nur bedingt mitnimmt, kann die Hippotherapie den Reiter mehr oder weniger passiv zu neuen Bewegungserfahrungen mitnehmen.

Interessant an dem Buch ist natürlich dass die Autorin die aus eigener Erfahrung von der Wirksamkeit berichten kann. Weitere Hilfestellungen und Informationen wie die Therapie am besten wirkt kann sie so hervorragend vermitteln. Da sie sich auch theoretisch mit der Materie auseinandergesetzt hat, ist das Buch mehr als eine Anleitung zur erfolgreichen Druchführung.

K.Ludwig – Grundausbildung von Gangpferden

Grundausbildung nicht nur für Gangpferde könnte dieses Buch durchaus heissen. Es bietet einen Einbilck in die Jungpferdeausbildung mit besonderem Blick auf Gangpferde.

Warum ich es mir gekauft habe? Eine weitere Herausforderung ist unser neuer ISI, in dem Sinne, dass ich auch hier die klassische Vorgehensweise sehe, dies aber nicht unbedingt dem Bild das man von Isländern hat entspricht. Da der Isländer sehr klein ist, aber trotzdem oft von Erwachsenen geritten wird, ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, gerade hier auf korrektes Reiten über den Rücken zu achten. Die klassische Vorgehensweise wäre das Pferd an den Zügel zu reiten und zwar durch Erarbeitung einer Dehnungshaltung. So wie es bei anderen Reitpferde Rassen auch funktioniert. Genau dies ist auch der Fokus diese Buches.

Ich fand besonders die Beschreibungen der Arbeit und Vorgehensweise mit dem Kappzaum, die Definition und Bedeutung von Stellung und Biegung, und die tatsächlichen Fallbeispiele sehr interessant.

Etwas mehr Input hätte ich mir allerdings gerade bei den weiteren Gängen Pass und Tölt gewünscht, weshalb ich das Buch eigentlich gekauft hatte – aber es gibt da noch ein weiteres von der Autorin …

 

S.Lehndorff – Ein Leben mit Pferden

Graf Siegfried Lehndorff, der bis als Leiter von Neustadt Dosse ab 1896, danach in Graditz, Trakehnen und bis zu seiner Pensionierung in Braunsberg tätig war, war in seiner Jugend auch ein  begeisterter Rennreiter und dem Vollblut nicht nur später in der Zucht verbunden.

Besonders seine Schilderungen aus seiner aktiven Zeit als Rennreiter und die Beobachtungen und Einschätzungen der Konkurrenz haben mir viel über die Eigenschaften und das Temperament von Vollblütern gezeigt.

Seine Beschreibungen der Zucht, Selektion und Ziele sind ebenso interessant wie Aufschlussreich. Interessant ist hier sicher die Entwicklung des Vollblüters, der durch die Selektion bei Rennen eher auf Schnelligkeit als auf Reiteignung gezüchtet wurde.

Er beschreibt des weiteren kenntnisreich verschiedenste Pferderassen die im angehenden 20. Jahrhunderts relevant waren und deren Entwicklung, zu der  er selbst als Zuchtleiterin seinen Wirkungsstätten wesentlich beigetragen hat.

Auch wenn ich anschliessend das Buch seines Sohnes Hans – Menschen Pferde weites Land, gelesen habe, hat dieses Buch mein Interesse an Abstammung und Zucht von Pferden geweckt.