S.Lehndorff – Ein Leben mit Pferden

Graf Siegfried Lehndorff, der bis als Leiter von Neustadt Dosse ab 1896, danach in Graditz, Trakehnen und bis zu seiner Pensionierung in Braunsberg tätig war, war in seiner Jugend auch ein  begeisterter Rennreiter und dem Vollblut nicht nur später in der Zucht verbunden.

Besonders seine Schilderungen aus seiner aktiven Zeit als Rennreiter und die Beobachtungen und Einschätzungen der Konkurrenz haben mir viel über die Eigenschaften und das Temperament von Vollblütern gezeigt.

Seine Beschreibungen der Zucht, Selektion und Ziele sind ebenso interessant wie Aufschlussreich. Interessant ist hier sicher die Entwicklung des Vollblüters, der durch die Selektion bei Rennen eher auf Schnelligkeit als auf Reiteignung gezüchtet wurde.

Er beschreibt des weiteren kenntnisreich verschiedenste Pferderassen die im angehenden 20. Jahrhunderts relevant waren und deren Entwicklung, zu der  er selbst als Zuchtleiterin seinen Wirkungsstätten wesentlich beigetragen hat.

Auch wenn ich anschliessend das Buch seines Sohnes Hans – Menschen Pferde weites Land, gelesen habe, hat dieses Buch mein Interesse an Abstammung und Zucht von Pferden geweckt.

Rainer Hilbt – Longieren

Das Buch bietet eine sehr gute Übersicht zum longieren. Wobei nicht vergessen wurde den Sinn des Longierens und die Kenntnisse über das gehen des Pferdes zu nennen. Nur wer reiten kann, kann sein Pferd sinnvoll longieren ist eine Kernaussage des Buches – die gut darstellt dass longieren mehr sein muss als das Pferd zu bewegen.

Das Longieren ausschliesslich mit Hilfszügeln wird fundiert erläutert, auch durch die Lösungen wie man Probleme angeht. Der Autor nennt viele Beispiele auch für diverse Hilfszügel die die Arbeit an der Longe sehr gut unterstützen.

Darüber hinaus befasst es sich mit ergänzenden Anwendungen: Longieren zum Voltigieren, für Fahrer und streift die Anwendung von Doppellonge und Langzügel.

Mir hat das Buch einige gute Anregungen beim Longieren gegeben, wobei ich mich auch in vielem bestätigt fand. Gerade die Lösungen bei Problemen finde ich sehr hilfreich. Sie machen dieses Buch zu einem sehr guten Ratgeber.

Schade dass der Autor das Longieren am Kappzaum scheinbar noch nie probiert hat, dadurch würden sich weitere Erkenntnisse ergeben.

Trotzdem uneingeschränkt zu empfehlen! Auf www.lonigeren.de gibt es zudem alle möglichen Hilfsmittel zu kaufen.

Paul Plintzner – System der Reiterausbildung | System der Pferdgymnastik

Wenn man sich mal an die „deutsche“ Schrift gewöhnt hat, liesst es sich ganz flüssig. Nun also Plinzners System der Reiterausbildung und System der Pferdgymnastik. Mir scheint dies eigentlich ein Vorgänger der vielzitierten Heeresdienstvorschrift zu sein, und es ist ein treffendes Buch das den Autor als Praktiker zu erkennen gibt. Meine Empfehlung: Lesen!

Plizner skizziert hier einmal mehr treffend die Reiterausbildung sowie die Pferdeausbildung. Beides zur damaligen Zeit im Focus der Berittmachung des Heeres und der Soldaten. Es ging um Sicherheit, und auch um die Haltbarkeit des Pferdes. Also letztendlich auch um die Gymnastizierung und das Wohle des gerittenen Pferdes.

Viele Begriffe sind uns auch heute geläufig, so zum Beispiel der Rückengänger und der Schenkelgänger, den ich bis dato nicht dort vermutet hätte.

Einen weiteren interessanten Punkt fand ich in der Pferdausbildung, bzw. das Einreiten und die Vorbereitung des Pferdes dazu. Hier ist es Plintzner wichtig, das das Pferd lernt als Rückengänger zu arbeiten, bevor es das Reitergewicht kennenlernt; um so das Gewicht nicht zu ertragen sondern besser ausbalancieren zu können. Ein Praktiker der weiss was er tut.

Meine Empfehlung: Lesen!

Paul Plinzner – Ein Beitrag zur praktischen Pferde-Dressur

Als Herausgeber des Gymnasium des Pferdes von Gustav Steinbrecht ist Plinzner weniger Bekannt als Erfinder der Rollkur. Diese Art die Pferde „Einzustellen“ wurde im Ausgehenden 19. Jahrhundert auch Tiefzäumung genannt und war damals ebenso umstritten wie diese heute.

Wie der Hippologe Rolf Schettler im Vorwort bemerkt, war Plinzner auch der erste, der das Lang-und-tief-Einstellen des Pferdes bei aufgewölbtem Rücken propagierte, womit er die Hanken der Pferde geschmeidig machen und sie zu schwungvollerem Gehen veranlassen wollte.

Es ist ein sehr interessantes Buch das auf viele Klassiker und Lehren blickt und Plinzner als einen belesenen, suchenden Reiter erkennen lässt. Seiner Empfehlung sich erst nach der Lektüre und Kenntnis der Sache ein Urteil zu bilden sollte man folgen.

Und so sehr auch die „absolute Einstellung am Sporn“ manches Mal zu denken gibt, so viel wahre und wertvolle Details bietet das Buch dem aufmerksamen Leser.

Nach einiger Mühe habe ich mich sogar in die altdeutschen Buchstaben eingelesen, weitere Klassiker können folgen :-).

Jetzt lesen!