William Carvendish, Herzog von Newcastle

»Es ist Ihre Aufgabe, sowohl Ihre Person als auch die Reitbahn dem Pferd so angenehm wie möglich zu machen, indem Sie es in kurzen Reprisen arbeiten, großzügig mit Ihren Liebkosungen und sehr sparsam mit Ihren Korrekturen sind und dass Sie dieselben ohne Zorn verabreichen.«
~ William Carvendish, Herzog von Newcastle

Agnieszka Polska: The Demon’s Brain – 27.09.2018 bis 03.03.2019 Berlin, Museum für Gegenwart

In der für die Ausstellung im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin entstandenen Mehrkanal-Videoinstallation The Demon’s Brain befasst sich Agnieszka Polska mit der ethischen Frage, wie der*die Einzelne angesichts einer überfordernden Gegenwart gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann.

Ausgangspunkt der Arbeit sind Briefe aus dem 15. Jahrhundert, die an Mikołaj Serafin, den Verwalter der polnischen Salzbergwerke, gerichtet waren. In The Demon’s Brain erzählt Polska in einer Mischung aus Realfilm und Animation die fiktive Geschichte des reitenden Boten der Schriftstücke.

Auf seinem Weg verliert der Junge sein Pferd und verirrt sich in einem Wald. Dort hat er eine unerwartete Begegnung mit einem Dämon, in dessen Monolog christlich-theologische Vorstellungen mit heutigen Entwicklungen und Zuständen von Rohstoffverbrauch und Umweltzerstörung, Datenökonomik und Künstlicher Intelligenz in Verbindung gebracht werden.

Rainer Hilbt – Longieren

Das Buch bietet eine sehr gute Übersicht zum longieren. Wobei nicht vergessen wurde den Sinn des Longierens und die Kenntnisse über das gehen des Pferdes zu nennen. Nur wer reiten kann, kann sein Pferd sinnvoll longieren ist eine Kernaussage des Buches – die gut darstellt dass longieren mehr sein muss als das Pferd zu bewegen.

Das Longieren ausschliesslich mit Hilfszügeln wird fundiert erläutert, auch durch die Lösungen wie man Probleme angeht. Der Autor nennt viele Beispiele auch für diverse Hilfszügel die die Arbeit an der Longe sehr gut unterstützen.

Darüber hinaus befasst es sich mit ergänzenden Anwendungen: Longieren zum Voltigieren, für Fahrer und streift die Anwendung von Doppellonge und Langzügel.

Mir hat das Buch einige gute Anregungen beim Longieren gegeben, wobei ich mich auch in vielem bestätigt fand. Gerade die Lösungen bei Problemen finde ich sehr hilfreich. Sie machen dieses Buch zu einem sehr guten Ratgeber.

Schade dass der Autor das Longieren am Kappzaum scheinbar noch nie probiert hat, dadurch würden sich weitere Erkenntnisse ergeben.

Trotzdem uneingeschränkt zu empfehlen! Auf www.lonigeren.de gibt es zudem alle möglichen Hilfsmittel zu kaufen.

Nuno Oliveira

»Entspannen Sie sich.
Machen Sie wenig, aber auf den Punkt.
Reiten Sie übrigens mit Ihren Beinen und nicht mit Ihren Händen.
Der Oberkörper ist das Herzstück des Reiters.
Die Ecke ist ein kleines Stück Schulterherein.
Das Schulterherein ist das Aspirin des Reitens.
Verlangen Sie wenig, belohnen Sie viel, wiederholen Sie oft.
Kadenz, Leichtigkeit, Geometrie.« ~ Nuno Oliveira

Was ist das Gegenteil der Rollkur?

Leider ist das „gymnastizieren“ von Pferden mit eingerollter Halshaltung – sprich #Rollkur #ldr oder wie man es auch immer nennt – mittlerweile das was den Sportreiter beschäftigt. Gerade die Erlaubnis der FEI maximal 10 Minuten so zu reiten hat dies noch weiter Salonfähig gemacht. Es wird nun als Trainingsmethode bezeichnet und angewendet.

Ich frage mich immer wieder wie konnte es so weit kommen, warum macht man das? Ein Grund dafür scheint mir zu sein: Man will das Pferd am Zügel reiten, und nimmt den sicherheitshalber noch kürzer, damit sich das Pferd auf keinen Fall heraushebt. Und dann ist ja immer noch die Vorstellung der Gymnastik.

Was ist aber das Gegenteil der Rollkur, Nasenlinie an der Waagerechten?

Alle Reiter, die technisch noch nicht so weit sind ein Pferd an den Zügel zu reiten (Nasenlinie an der Senkrechten), „halten das Pferd oben“ indem sie im falschen Moment, mit dem falschen Zügelmass, mit den flaschen Hilfen einwirken. Das ist für mich das Gegenteil der Rollkur und nicht minder schädlich.

Gebisse

Eins haben Freizeitreiter und Springreiter gemeinsam: Sie nutzen gerne sogenannte scharfe Gebisse um das Pferd zu kontrollieren. Natürlich nicht ohne Grund: Sicherheit, Präzision und natürlich Kontrolle sind wichtig um den Ritt unbeschadet zu überstehen.

In der folgenden Galerie finden sich einige Beispiele, deren Notwendigkeit sich mir nicht immer erschliesst.

Gebisse

Ein scharfes Gebiss setzt einen versierten Reiter voraus, der die Wirkung ausnutzen, einschätzen und entsprechend einsetzen kann. Gerade im Springen sieht man sehr gut ob dies der Fall ist. Hier wird sehr gerne schon in unteren Klassen das Pelham eingesetzt. Weiss der Reiter nicht wieviel Bremse es braucht, kommt der Ritt schnell aus dem Fluss. Ich persönlich finde einen Ritt mit Wassertrense der geringe Meinungsunterschiede zeigt besser, als eine Vorstellung die nur durch das Halten am Zügel geprägt ist und lediglich dank Pelham nicht zum Durchgehen des Pferdes führt.

Auch der Freizeitreiter setzt gerne Hebelwirkung ein, sei es die Springkandare (auch mit einem Zügel zu reiten, daher einfach …) oder gleich ein Tellington mit starker Hebelwirkung das dann gerne nur mit dieser Hebelwirkung, und nicht mit 4 Zügeln, verwendet wird.

Was hilft dagegen, und dient dem Pferd?

Eine entsprechende Gymnastizierung des Pferdes, damit es durchlässig wird und die Hilfen annimmt. Das Zügelmass (entsprechend der Gangart und dem Tempo)  nicht zu lang, aber freundlich führen, immer wieder nachgeben, um mit dem kurzen Zügel feine Hilfen zu geben.